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14/10/2016

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Zur Markteinführung erhielten wir zum Testen eine der ersten D4s. Die Reportagekamera zeichnet sich durch Tempo und eine hohe Empfindlichkeit bei geringem Rauschen aus. Als naheliegendes Testszenario bot sich ein Einsatz an der Basler Fasnacht an, wo man vielerlei attraktive Motive inmitten von Menschenmassen und zeitweise bei wenig Licht vorfindet.
Die Nikon D4s ist das jüngste Paradepferd im Kamerastall von Nikon und war anfangs Jahr als eine überarbeitete Version der D4 von 2012 angekündigt worden (siehe Vorankündigung, offizielle Ankündigung mit Spezifikationen).Die Spiegelreflex Nikon D4s ist eine Reportagekamera, die sich durch Schnelligkeit (11 Serienbilder pro Sekunde, schnellen und vielseitig konfigurierbaren AF, minimale Auslöseverzögerung) sowie durch hohe Lichtempfindlichkeit (ISO 100 bis 25’600 samt vier Push-Stufen bis maximal ISO 409’600) bei geringem Rauschen auszeichnet. (Beachten Sie unseren separaten Artikel mit ISO-Vergleichsreihen der D4s, der Df und der D4; Artikel folgt demnächst.)

Die D4s richtet sich in erster Linie an Profis vom Presse- bis zum Hochzeitsfotografen und ist das Werkzeug von Nikon für die Sport- und Actionfotografie.
Die Änderungen der D4s gegenüber der D4 sind wie schon beim Modellwechsel der D3 auf die D3s eher gering, aber zumindest kleine sinnvolle Verbesserungen. Markant ist, dass nun die softwaremässige Empfindlichkeitssteigerung um eine weitere Stufe (H4) erhöht werden kann, was dann eben einem ISO-Wert von 409’600 entspricht.Die meisten Änderungen fallen bei der Videofunktion auf, wobei hier vor allem die höheren Bildraten von 50 und 60 Ganzbildern pro Sekunde eine zeitgemässe Verbesserung darstellen. Hinzugekommen sind auch einige Einstellmöglichkeiten wie jene für eine ISO-Automatik beim Filmen oder eine Filterfunktion, um Windgeräusche zu minimieren. Dass aber nur 10 Minuten in bester oder 20 in einfacherer Filmqualität aufgezeichnet werden können, zeigt, dass Nikon der Videofunktion noch immer zu wenig Bedeutung beimisst.

Wegen der Fähigkeiten der D4s lag ein Reportageeinsatz zur Erprobung nahe.Wir haben uns für die Fasnacht in Basel entschlossen, die vergangene Woche bzw. wenige Tage nach Erhalt der Kamera statfand. Hier gibt es viele Motive in Bewegung und bei sehr unterschiedlichen Lichtverhältnissen, insbesondere in der Dämmerung, in der Nacht und dem nächtlichen Morgenstraich. Einige Bilder sind weiter unten als Diaschau zu sehen.Morgenstraich: Fasnächtler im Schein ihrer grossen Zuglaterne, dennoch war es recht dunkel, doch Digitalkameras wie die D4s zeigen mehr, als man von blossem Auge sieht. (Aufnahme bei ISO 25600).

Die Fasnacht mit ihren unterschiedlichen Motiven lässt sich fotografisch sehr unterschiedlich einfangen. Man kann ruhig und bedächtig seine Motive suchen, um Bilder gezielt zu komponieren. Mit der D4s in der Hand fotografierten wir aber eher actionreich und schnell, suchten ständig Motive, die wir rasch abzuschiessen und möglichst aus der Menschenmasse herauszupicken versuchten. Dabei waren sowohl der schnelle Autofokus und die schnelle Serienbildfunktion hilfreich. Verwendet wurden dabei die gängigen Reportagezooms wie das 4/24-120mm, das 2.8/70-200mm und das 80-400mm. Die Telezooms wurden genutzt, um möglichst einzelne Motive herauszupicken. Zwischen den Massen von Menschen und bunten Kostümen, die oft zu einem unruhigen, bunten Hintergrund verschmolzen, versprach dieses Vorgehen mehr Erfolg und wird auch der schnellen Kamera gerecht. Das schnelle Serienfeuer erhöht zudem die Chance auf einen gelungenen Treffer.

Die hohe Empfindlichkeit ermöglicht einerseits den Einsatz bei wenig Licht, andererseits auch kurze Belichtungszeiten für verwacklungsfreiere Teleaufnahmen. Auch liessen sich die Teles stärker abblenden, um eine ausreichende Schärfentiefe zu erzielen und so eine weitgehend scharfe Abbildung der oft sehr plastischen Larven (Masken) zu ermöglichen.Die Bilder dieser Diaschau können auch in einem Webalbum angeschaut werden, wo sich die Exif-Aufnahmedaten zu jedem Bild anzeigen lassen.In Situationen mit wenig Licht liefert die Nikon D4s weitgehend gute Bilder und ermöglicht so manches Bild, das zu Zeiten des Fotofilms kaum denkbar war. Meist reicht der Empfindlichkeitsbereich bis ISO 25’600 aus, so dass man auf die Push-Stufen (H1 bis H4) verzichten kann. Diese ermöglichen allerdings im Notfall immerhin noch Bilder zu schiessen, wobei die Bildqualität mit jeder Stufe zunehmend abfällt. Wie brauchbar Aufnahmen mit der Stufe H4 bzw. ISO 409’600 sind, hängt wohl vom Verwendungszweck und der Wichtigkeit eines Bildes ab.

An der Grenze: Wie brauchbar ist dieses Bild? Die Aufnahme entstand bei extremer Dunkelheit mit ISO 409600 und zeigt den Umzug der Fasnachtscliquen (musizierender Fasnachtsvereine) durch die Menschenmassen. Als einzige Lichtquellen dienen die meterhohen Zuglaternen und die vielen Kopflaternen, während die Strassenbeleuchtung ausgeschaltet ist.Aufnahmen sind also mit der D4s bei sehr wenig Licht möglich und selbst dann meist brauchbar, doch ohne Licht bzw. Beleuchtung wirkt kaum ein Motiv. Beim Morgenstraich zeigte sich auch, dass der Kontrast zwischen den leuchtenden Laternen als Motivteile und anderen Motivteilen oft zu hoch ist. Die Malerei auf den Laternen fällt oft zu hell und somit unkenntlich aus, während andere Motivteile in der Dunkelheit verschwinden. Hier wäre also nicht einfach ein hochempfindlicher Sensor, sondern auch gleich einer mit HDR-Fähigkeiten gefragt. Der Nutzen von schier unbegrenzter Empfindlichkeit ist zumindest eher gering, ausser es geht um Aufnahmen von dokumentarischem Charakter. Übrigens wie schon bei der D4 erweisen sich die beleuchtbaren Tasten auf der Kamerarückseite gerade beim Einsatz in der Dunkelheit als hilfreich.

Während also bei wenig Licht noch Aufnahmen möglich sind, können sowohl die automatische Scharfstellung als auch die Belichtungsmessung und -automatik da nicht ganz mithalten. In der Dunkelheit hat der Autofokus deutlich Mühe und die Belichtung erfordert oft eine EV-Korrektur von minus 2 oder mehr, um nicht zu helle Nachtaufnahmen zu erhalten. Da bräuchte wohl die Profikamera ein spezielles Nacht-Motivprogramm und der AF zusätzliche Unterstützung.Das Kameragehäuse ist als hohes Profigehäuse relativ voluminös und sperrig. Dies stört vor allem auf Reisen, erweist sich aber bei Verwendung von grösseren Teles und Telezooms wiederum als Vorteil, hat man solch eine Kombination doch besser im Griff.

Übrigens hat Nikon das Energiemanagment der D4s gegenüber der D4 ein wenig verbessert. Bei unserem Praxistest schossen wir mit einer Akkuladung knapp 2340 Fotos, wobei Live-View und der Bildschirm relativ wenig eingesetzt wurden. Mit der Kamera wird das MG-26a-Ladegerät mitgeliefert, das mit einem Adapter übrigens auch Akkus der D3-Reihe laden kann – praktisch für alle, die noch eine D3/D3s/D3x als Zweitkamera mitführen. Weniger praktisch ist allerdings, dass die D4s als zweiten Speicherkartenslot XQD nutzt und damit die Vorteile einer zweiten CF-Karte oder eines SD-Slots verspielt. XQD-Karten sind zwar sehr schnell, aber leider auch verhältnismässig teuer und mangels Unterstützung eher unpraktisch.

In unserem Praxistest, der allerdings nur einen bestimmten Einsatzbereich und einige der Funktionen behandelt, hat sich die D4s weitgehend bewährt, was angesicht des Vorgängermodells kaum überrascht. Die kleinen Verbesserungen bringen allerdings keinen markanten Mehrnutzen, der einen Umstieg von der D4 auf die D4s unbedingt nötig machen würde. Die Basler Fasnacht startet jeweils um 4 Uhr eines Montags. Aus allen Teilen der Stadt machen sich aktive Fasnächtler und Zuschauer in frühsten Morgenstunden auf den Weg ins Stadtzentrum, wo dann Menschenmassen dicht gedrängt auf den Morgenstraich und damit den Beginn der Fasnacht warten.

Unmittelbar vor 4 Uhr werden alle Strassenlichter ausgeschaltet, damit nur die grossen meterhohen Laternen sowie die kleinen Kopflaternen der Fasnächtler leuchten. Mit dem Schlag der Turmuhren um 4 Uhr starten die Fasnächtler und marschieren gemeinsam musizierend in grösseren oder kleineren Verbänden (Fasnachtscliquen mit Trommlern und Picolo-Pfeiffern) von da an während drei Tagen durch die Stadt.
An den Nachmittagen und Abenden sind dann auch Gugge-Musiken (Blasmusik) und Einzelmasken kreuz und quer unterwegs, während am Montag- und Mittwochnachmittag sich das Gros der Fasnächtler zur grossen vierstündigen Parade (Cortège genannt) vereint.

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