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08/03/2017

Akku Lenovo 57Y6354

Als primäre Steuerung auf dem Rückdisplay dienen nun verschiedene sogenannte Panel. Sie sind eine Variante des normalen Startbildschirms und bestehen jeweils aus speziellen Widgets. Einerseits dienen sie zur Anzeige von Statusinformationen, können andererseits aber auch gezielt zur Bedienung verwendet werden. Der Nutzer kann die Widgets nach den eigenen Wünschen und Anforderungen auswählen. Ist der E-Paper-Touchscreen entsperrt, genügt ein Fingerwisch zur Seite, um zwischen den Panels zu wechseln. Die Panels können zur Anzeige der Uhrzeit, anstehender Termine, verpasster Anrufe, SMS oder E-Mails verwendet werden. Aber auch Wetterbericht, Börsenkurse, Facebook-Neuigkeiten oder RSS-Feeds lassen sich dort anzeigen. Sobald etwa eine neue E-Mail eingeht, wird das Rückseitendisplay entsprechend aktualisiert. Neue Nachrichten in der GMail-App werden ebenfalls angezeigt; das funktionierte in einer älteren Entwicklerversion noch nicht. Allerdings werden GMail-Nachrichten nicht mit dem E-Mail-Icon signalisiert, sondern nur als Alarm-Benachrichtigung. So ganz optimal ist es also noch immer nicht implementiert.

Die Panels sind angenehm strukturiert und nicht mit Informationen überfrachtet, so dass der Nutzer die für ihn relevanten Inhalte bequem im Blick behalten kann. Geht etwa eine E-Mail ein, genügt ein Tippen darauf. Dann öffnet sich der E-Mail-Ordner mit der neuen Nachricht, die direkt auf dem E-Paper-Display gelesen werden kann. Auch beantwortet werden kann sie vom E-Paper-Display aus problemlos - die Bildschirmtastatur lässt sich ohne Einschränkungen verwenden.Mit dem Yotaphone 2 kann außerdem jede beliebige Android-App auf dem Rückdisplay verwendet werden. Das ist ein gewaltiger Vorzug gegenüber dem Vorgängermodell: Beim ersten Yotaphone konnten nur speziell von Yota angepasste Apps genutzt werden - besonders schmerzlich haben wir einen Browser vermisst. Jetzt kann jeder beliebige Browser oder Feed-Reader auf dem E-Paper-Display genutzt werden. Als einzige Einschränkung bleibt, dass das E-Paper-Display keine Farben anzeigt.Die Nutzung von Android-Apps auf dem Rückdisplay funktioniert gut und unkompliziert. Geeignet dafür sind vor allem Apps, in denen viel gelesen wird. Die Bedienung der Apps unterscheidet sich nicht von der auf dem Frontdisplay, auch Wischbefehle sind kein Problem. Erst damit kann das volle Potenzial der Yotaphone-Idee ausgeschöpft werden. Denn der Besitzer des Geräts kann jetzt genau die Apps auf dem Rückdisplay verwenden, die er möchte.

Damit bleiben nur noch wenige Einsatzzwecke für das Hauptdisplay auf der Vorderseite übrig: Sinnvollerweise werden Fotos und Videos besser auf dem Farbdisplay angeschaut. Auch grafiklastige Webseiten machen sich auf dem Frontdisplay besser, das gilt noch mehr für grafikintensive Spiele.Einfachere Spiele wie Schach oder Sudoku sind hingegen auch auf dem Monochrom-Display nutzbar, angepasste Apps liefert Yota gleich mit. Für das Einrichten einer App oder zur Konfiguration des Smartphones wählen wir meist doch lieber das Farbdisplay, aber das ist auch nur eine Frage der Gewöhnung.Gut durchdacht ist die Zusammenarbeit zwischen den beiden Displays. Wird das Frontdisplay eingeschaltet, aktiviert sich automatisch auf der Rückseite die Displaysperre. Damit wird verhindert, dass Nutzer über die Rückseite unerwünschte Aktionen ausführen. Da dies mit einer leichten Verzögerung geschieht, ist es ratsam, das Smartphone beim Drehen vor allem am Rand zu halten. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Wird die Displaysperre auf der Rückseite mit einem Wisch nach oben entfernt, schaltet sich umgekehrt das Farbdisplay aus.

Für das Einschalten respektive Entsperren der beiden Displays gibt es nur einen Einschaltknopf. Hier hätten wir uns einen zweiten Knopf gewünscht, der direkt nur einem der beiden Displays zugewiesen ist. Mit einer Einstellung in den Displayoptionen kann der Nutzer immerhin festlegen, dass der Schalter nur für das Display gilt, auf das der Nutzer gerade schaut. Erst mit dieser Einstellung ist es möglich, die Displaysperre auf der Rückseite mittels Knopfdruck zu aktivieren, ohne dabei das Hauptdisplay einzuschalten. Ist die Option deaktiviert, schaltet sich immer das Hauptdisplay ein, ganz gleich, wie das Smartphone gehalten wird. Wenn dann nur die Displaysperre auf der Rückseite mittels Knopf aktiviert werden soll, muss das Gerät ein- und gleich wieder ausgeschaltet werden.

Unabhängig von dieser Einstellung kann die Displaysperre jederzeit aktiviert werden, indem drei Finger auf den Bildschirm gelegt werden. Das funktioniert auf beiden Displays zuverlässig, allerdings ist das einhändig nicht machbar, so dass es in der Praxis unbequem ist.Wenn eine normale Android-App auf dem Rückdisplay aktiv ist, läuft diese bei ausgeschaltetem Display auch auf der Vorderseite. Sobald das Farbdisplay eingeschaltet wird, ist gleich die App aktiv, mit der der Nutzer auf der Rückseite gearbeitet hat. Das ist angenehm.Leider ist die Displaysperre auf dem Farbdisplay noch immer nicht komplett vom Rückdisplay entkoppelt. Dadurch gibt es Probleme, wenn der Nutzer gezielt eine normale Android-App auf dem Rückdisplay behalten möchte. Denn sobald sich die Displaysperre auf der Vorderseite aktiviert, passiert es, dass die Android-App vom E-Paper-Display verschwindet und sich stattdessen das Yota-Cover oder das Yota-Panel aktiviert.Das ist ärgerlich, weil die betreffende Android-App dann erst wieder aufgerufen werden muss, obwohl sie auf dem E-Paper-Display verbleiben könnte. Golem.de hatte die Möglichkeit, eine frühe Entwicklerversion des Yotaphone 2 auszuprobieren. Auf diesem Modell war es so, dass jede Android-App vom hinteren Display verschwand, sobald sich die Displaysperre auf der Vorderseite aktiviert hatte.

In der aktuellen Vorabversion verhält sich das Smartphone etwas anders: Nicht mehr jede Android-App verschwindet vom Rückdisplay, sobald sich vorne die Displaysperre aktiviert. Ein zuverlässiger, dauerhafter Betrieb von Android-Apps auf dem Rückdisplay ist so aber noch immer nicht gewährleistet. Denn die vordere Displaysperre lässt sich nicht komplett abschalten, um das Problem zu umgehen.In jedem Fall empfiehlt es sich, die Zeitspanne zur automatischen Aktivierung der Displaysperre nicht zu kurz zu wählen, wenn idealerweise vor allem das E-Paper-Display verwendet wird. Die maximal einstellbare Zeit beträgt 30 Minuten. Dann ist es zumindest innerhalb dieser Zeitspanne garantiert, auf dem Rückdisplay etwas im Browser zu lesen und diesen dort eine halbe Stunde lang aktiv zu lassen.In der zuletzt von uns getesteten Vorabversion des Yotaphone 2 gibt es ein weiteres Problem, wenn die hintere Android-App aufgrund der Aktivierung der vorderen Displaysperre verschwand und durch das Yota-Cover ersetzt wurde. Dann ist das Yota-Cover ohne Displaysperre aktiv - diese schaltet sich auch nach längerer Wartezeit nicht ein. Wenn das Smartphone sich in der Tasche befindet, besteht die Gefahr, dass unerwünschte Funktionen durchgeführt werden, weil das Display frei zugänglich ist.

Somit können zuverlässig derzeit nur drei Arten von Anwendungen auf dem Rückdisplay verwendet werden. Einerseits die Yota-Panels, das Yota-Cover oder ein mittels Yota-Snap auf das Rückdisplay gebrachter Screenshot. Diese bleiben dauerhaft auf dem Rückdisplay und werden durch die vordere Displaysperre nicht beeinflusst. Damit kann etwa der Code einer digitalen Bordkarte beim Flug darauf angezeigt werden. Selbst wenn der Akku fast leer ist, ist der Code weiterhin zu sehen.Android-Apps können entweder direkt von der Rückseite aus gestartet werden oder vom Hauptbildschirm aus. Yota-Mirror heißt die Funktion, die eine Android-App von vorne auf das Rückdisplay bringt. Sie ist bequem mit einer Wischgeste aus jeder App heraus erreichbar. Umgekehrt kann mit der gleichen Wischgeste eine Android-App vom Rückdisplay entfernt und zum Yota-Panel gewechselt werden. Das ist eingängig und leicht erlernt.

Vor allem in Android-Apps, aber auch etwa im E-Book-Reader wird nicht nach jedem Seitenwechsel die Seite komplett neu aufgebaut. Das sorgt für eine angenehmere Bedienung, kann aber auch zu leichten Darstellungsfehlern führen. Dann zeigen sich Schatten- oder Ghost-Effekte, bei denen noch Reste der vorherigen Seite erscheinen. Das ist bauartbedingt und stört bei der Nutzung nicht wesentlich. Wir empfinden das unterm Strich sogar als angenehmer als das ständige Flackern, wenn das Displaybild neu aufgebaut wird.Für das Yota-Panel gibt es auch einen Musikplayer, allerdings dient dieser nur zur Steuerung der Google-App Play Music. Andere Musikplayer-Apps lassen sich darüber leider nicht bedienen. Hier wäre es wünschenswert, dass der Nutzer festlegen könnte, welche Musik-App damit gesteuert werden soll. Prinzipiell kann das Rückdisplay auch für eine Karten-App verwendet werden. Ohne Probleme ist eine Navigation darüber möglich. Allerdings stößt die Darstellungsqualität des Displays an ihre Grenzen. Sowohl in Google Maps als auch in Maps.Me ist der Ortungsbereich nur schwer zu erkennen. In der Praxis ist der Blick aufs Farbdisplay hier einfach angenehmer.

Unzufrieden waren wir mit der Konfiguration der Datenschutzeinstellungen in der Yota-Hub-App. Es lässt sich zwar bestimmen, ob Benachrichtigungen auf dem Rückdisplay erscheinen und wie detailliert dies geschieht. Unpraktischerweise gelten die Optionen allerdings sowohl für das Yota-Panel als auch für das Yota-Cover, ohne dass dies für den Anwender ersichtlich wäre.Denn eigentlich soll das Yota-Cover dazu dienen, mit einem Klick zu verhindern, dass vertrauliche Informationen auf dem Rückdisplay angezeigt werden. Da aber die Datenschutzeinstellungen für beide gleich sind, bringt das nicht viel. Hier sollte Yota unbedingt die Yotahub-App aktualisieren, um getrennte Einstellungen zu erlauben.Wir finden es auch unpraktisch, dass sich das Yota-Cover nur manuell aktivieren lässt. Hier wäre praktisch, wenn es anhand bestimmter Bedingungen erscheint - sei es eine gewisse Wartezeit oder zu bestimmten Uhrzeiten. Trotz kleinerer Probleme bei der Bedienung sorgt der E-Paper-Touchscreen für ein komplett neues Smartphonegefühl. Endlich kann unbeschwert viel auf dem Smartphone gelesen werden, ohne Sorge zu haben, der Akku werde schlapp machen.

Das Hauptdisplay im Yotaphone 2 ist ein 5 Zoll großer Amoled-Touchscreen mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln und einer hohen Pixeldichte von 442 ppi. Der Vorgänger begnügt sich noch mit einem 4,3-Zoll-Display. Das neue Display zeigt die Inhalte scharf und klar, ist blickwinkelstabil und die Farben wirken angenehm. Die Spiegelung und das Zurückbleiben von Fingerschlieren auf dem Touchscreen liegen auf dem üblichen Niveau.Im Vergleich zum ersten Yotaphone ist das E-Paper-Display deutlich besser. Mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixeln ist Schrift gut zu erkennen und nicht mehr so pixelig wie beim ersten Modell, das gerade mal eine Auflösung von 640 x 460 Pixeln bietet. Zudem ist das Display im neuen Modell 4,7 Zoll groß, beim alten nur 4,3 Zoll. Auch beim neuen Modell gibt es keine Hintergrundbeleuchtung für das E-Paper-Display. Das war Anfang des Jahres noch geplant gewesen, aber dann wäre das Gerät unnötig dick geworden, erklärte der Hersteller Golem.de.Bei ausreichend hellem Umgebungslicht ist das E-Paper-Display gut ablesbar, vor allem unter direktem Sonnenlicht ist es wesentlich angenehmer als das Display auf der Vorderseite. Dabei erweist es sich als angenehm, dass das Rückdisplay matt ist und kaum spiegelt. Aber schon bei schummerigem Herbstlicht drängt es den Nutzer, zum Hauptbildschirm zu wechseln. Der Kontrast wirkt dann zu gering und das Lesen macht zunehmend weniger Freude. Wer unbedingt eine lange Akkulaufzeit erreichen will, sollte so lange wie möglich das Rückdisplay verwenden.

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